Blockchain im Gesundheitssystem – Bessere Arztsuche für Patienten

Blockchain im Gesundheitssystem – Bessere Arztsuche für Patienten


Was in Europa und vor allem in Deutschland ganz einfach erscheint, ist in den USA ein enormer Aufwand. Während hier das Prinzip der freien Arztwahl gilt, schreiben in den Vereinigten Staaten oftmals die Versicherungsgesellschaften vor, an welchen Mediziner sich ein Patient wenden kann. Dies sorgt für ein unübersichtliches System, in dem der Prozess der Arztwahl zu einem Spießroutenlauf werden kann. Doch durch die Anwendung der Blockchain soll dies nun ein Ende haben.

Kassenwahn

In vielen Ländern Europas ist die Krankenversicherung eine Pflichtversicherung. Auf diese Weise wird gesichert, dass jeder Patient zu jedem Arzt gehen kann, unabhängig davon, wo er sich befindet. Doch in den USA gibt es diese Form der staatlichen Gesundheitsfürsorge nicht. So haben sich im Laufe der Jahre unzählige Versicherer herausgebildet, die jeweils mit unterschiedlichen Ärzten Verträge unterhalten. Somit darf ein Patient, der bei einer bestimmten Kasse versichert ist, nur einen Arzt aufsuchen, der mit dieser Kasse auch einen Vertrag hat.

Genau dieser Umstand führt in vielen Fällen zu recht skurrilen Problemen. So kann es vorkommen, dass trotz der Arztpraxis nebenan, ein Patient in die nächste Stadt fahren muss, um sich dort behandeln zu lassen. Hinzu kommt, dass die Listen die dieses System übersichtlich machen sollen, meist nicht auf dem aktuellen Stand sind. Allein der Umfang der Datenbank macht eine genaue Prüfung unmöglich.

Blockchain für Transparenz

In diesem Zusammenhang und um möglichen Geldstrafen in höhe von 25.000 US Dollar oder mehr zu entgehen, haben sich nun die beiden größten Versicherer – die United Health Group und die Humana zu einer Zusammenarbeit entschlossen. In Zukunft sollen alle Ärzte und deren vertragliche Zugehörigkeiten in einer Blockchain gespeichert werden. Dies würde viele Vorteile bringen, denn der Zugriff auf den Informationspool könnte allen Menschen leicht inline ermöglicht werden.

Zudem spart dieses Vorgehen immense Kosten, denn die Pflege der Listen kostet die Unternehmen derzeit bis zu 2 Milliarden Dollar im Jahr. Um eine ständige Aktualisierung der Datenbank zu gewährleisten, sollten Firmen wie Quest Diagnostics mit ins Boot geholt werden. Unternehmen wie dieses beliefern innerhalb der Vereinigten Staaten tausende von Ärzten mit den benötigten Materialen. Die Lieferwagenfahrer sollen zu ihrer eigentlichen Aufgabe auch gleich die entsprechenden Daten der Ärzte vor Ort erfassen.

System für Zusammenarbeit

Doch geht es hier nicht nur um die United Health Group und um Humana. Auch andere Versicherungsanbieter sollen die Möglichkeit erhalten, ihre Daten in die Blockchain eintragen zu können. Auf diese Weise soll im Laufe der Zeit eine differenzierte Karte von niedergelassenen Ärzten entstehen, die die Versicherten einer Versicherung genau zuordnen können. Dies ist überhaupt das erste Mal, dass in den USA eine solche Kooperation im Raum steht.

Hintergrund hierzu ist eine Gesetzesänderung, die die Missstände in den fehlerhaften Listen beheben soll. So müssen die Versicherungsgesellschaften bis zu 25.000 Dollar am Tag strafe zahlen, wenn sie keine korrekten Listen zur Verfügung stellen können. Anhand des Umfangs der Datenbanken und dem enormen finanziellen Aufwand, der auf die Konzerne zukommen würde, war dies ausreichend, um eine entsprechende Kooperation zu begründen. Wann das neue System aber funktionsbereit sein wird und wie sich die Einführung genau gestalten lässt, kann bisher noch nicht gesagt werden.