Kryptowährungen: Kritik und vorsichtige Annäherung in Davos

Kryptowährungen: Kritik und vorsichtige Annäherung in Davos


Bitcoin und Co sind endgültig bei den Eliten von Wirtschaft und Finanzindustrie angekommen. Das zeigen die Debatten beim weltgrößten Wirtschaftsforum im Schweizer Davos. Die Stimmen zu den digitalen Währungen und der zugrundeliegenden Technologie sind derweil gemischt. Für die älteste Kryptowährung, den Bitcoin, gab es scharfe Kritik. Die Idee der Blockchain, das zugrundeliegende Buchungssystem dagegen fand einigen Zuspruch. Der Gipfel der Mächtigen in diesem Jahr macht jedenfalls deutlich, dass eine der bedeutendsten Zukunftstechnologien im Umfeld von Kryptowährungen zu finden ist.

Kriminalität im Fokus

Von US-Finanzminister Steven Mnunich über die Chefin des internationalen Währungsfonds, Christine Lagarde bis zur britischen Premierministerin Theresa May machte die weltweite Führungsriege klar, dass sie den Schutz der Anonymität beim Handel mit Kryptowährungen zur Vertuschung von kriminellen Handlungen nicht hinnehmen will. Ob Steuerhinterziehung, die Finanzierung von Terrorismus oder anderer krimineller Handlungen, in dieser Hinsicht kommen Bitcoin und Co auf dem Weltwirtschaftsforum nicht gut weg. Als Antwort auf die weltweite Ausbreitung von Kryptowährungen ohne Rücksicht auf nationale Grenzen und Regulierungen schlug der französische Präsident Emmanuel Macron denn auch eine global koordinierte Aufsicht der Kryptowährungen vor.
Als besondere Probleme heben die Protagonisten die Anonymität der Netzwerke und die Intransparenz hervor, die eine Aufsicht und Regulierung erschweren. Wie ernst sie den Bitcoin und andere digitale Währungen dabei nehmen zeigt die Intensität, mit der sich die Weltelite gerade um das Thema bemüht.

Wissenschaftler zweifeln an Stabilität des Bitcoin

Nicht nur Kriminalität fällt bei der Frage nach den Problemen mit Digitalwährungen immer wieder. Trotz des Booms der Kryptowährungen im vergangenen Jahr zweifeln noch immer zahlreiche Akteure der etablierten Wirtschafts- und Finanzwelt an der Stabilität einzelner Währungen wie dem Bitcoin. Sie befürchten nicht nur einen Crash der Kryptowährungen, sondern auch Auswirkungen auf das allgemeine Finanzsystem. Auch vor diesem Hintergrund wird der Ruf nach einer stärkeren Regulierung laut. Doch auch wenn der Bitcoin in den ersten Wochen des neuen Jahres große Kursverluste einbüßte, kann von einer geplatzten Blase bisher keine Rede sein.

Blockchain als Technologie der Zukunft

Trotz all dieser negativen Wortmeldungen auf dem Wirtschaftsforum gibt es dennoch zahlreiche Stimmen, die den innovativen Geist hervorheben der hinter dem Hype um die Kryptowährungen steckt. Die Blockchain, auf der unter anderem der Bitcoin basiert bietet Lösungen für die sich nur langsam entwickelnde Banken- und Versicherungsbranche und könnte die Art und Weise, wie wir in Zukunft Handel betreiben revolutionieren. Der Grund liegt in dem extrem effizienten System, Transaktionen zu verifizieren und zu verbuchen. So mutmaßte unter anderem der amerikanische Top-Ökonom Robert Shiller gegenüber dem US-Sender CNBC, der Bitcoin könnte einbrechen und vollständig in Vergessenheit geraten. Die Wirtschaft könnte dagegen noch in 100 Jahren von der Technologie profitieren.