Israel: Einführung des digitalen Schekels geplant

Israel: Einführung des digitalen Schekels geplant


Nach einem aktuellen Artikel der Jerusalem Post plant das israelische Finanzministerium und die israelische Zentralbank, die Bank of Israel, die Einführung eines digitalen Schekels. Dieser soll den gleichen Wert haben wie der konventionelle Schekel und soll parallel mit diesem in Umlauf gebracht werden. Statt aus einem Stück Papier oder Metall, würde der digitale Schekel aus einem digitalen Code bestehen, herausgegeben von der Zentralbank. Eine solche digitale Währung würde Transaktionen vereinfachen und beschleunigen. Während eine Überweisung von einem Bankkonto auf ein anderes eine gewisse Zeit dauert und einen bestimmten Prozess durchlaufen muss, könnte der digitale Schekel innerhalb weniger Sekunden übergeben werden. In dieser Beziehung hätte eine digitale Währung eine große Ähnlichkeit mit Banknoten oder Münzen, denn auch diese wechseln ohne einen Umweg über das Bankensystem den Besitzer.

Termin noch unbekannt

Ein genauer Starttermin für die neue digitale Währung steht allerdings noch nicht fest und auch sonst bleiben wesentliche Fragen offen. Es ist etwa noch unklar, ob sich das Wallet auf den Servern der Zentralbank oder auf dem Smartphone des Nutzers befinden wird. Vor der Einführung müssten zudem noch eine Reihe von gesetzlichen und monetären Voraussetzungen geschaffen werden. Israel wäre weltweit das erste Land, das eine staatliche digitale Währung einführt und betritt damit Neuland.

Als Hintergrund für eine solche Überlegung sehen Experten unter anderem den Schwarzmarkt. In Israel existiert ein blühende Schattenwirtschaft und wie andere Staaten sieht Israel das Bargeld als kritisch, da es solche Strukturen begünstigt. Die Knesset diskutiert daher schon seit einigen Jahren über Massnahmen, um das Bargeld einzuschränken. Auch will die Zentralbank mit der Einführung einer staatlichen digitalen Währung den Boom bisheriger Kryptowährungen entgegentreten. Da diese nicht der staatlichen Regulierung unterliegen, eignen sich diese ebenfalls hervorragend für den Schwarzmarkt. Aber auch wenn sie ausschließlich für legale Zwecke eingesetzt werden, bleiben die Zahlungsströme doch dem Fiskus verborgen und dies ist Israel ebenso wie anderen Staaten ein Dorn im Auge.

Andere Staaten werden folgen

Nach Ansicht des Investors und Bitcoin-Experten Lou Kerner werden sich in Zukunft auch andere Länder die Frage stellen, wie sie mit diesen drängenden Problemen umgehen sollen. Denn Staaten haben zwei Möglichkeiten wie sie auf das Aufkommen der Kryptowährungen reagieren: Sie rollen ihnen den roten Teppich aus oder sie versperren ihnen mit Absperrband den Weg. Die zweite Option bedeutet allerdings, gerade für Länder, die auf die IT-Wirtschaft und Innovationen setzen, einen erheblichen Verlust. Daher gilt es sich eine gute Strategie zu überlegen, die allen Seiten gerecht wird.