Südkorea, Seoul: Goto Mall akzepiert wieder Bitcoin

Südkorea, Seoul: Goto Mall akzepiert wieder Bitcoin


Das größte unterirdische Einkaufszentrum Südkoreas kooperiert mit dem Neuling HTS Coin und führt ab Mitte nächsten Monats das Bezahlen mit Bitcoin ein. – Ein früherer Versuch mit Bitcoinbezahlung scheiterte.

Die Goto Mall ist auch unter dem Namen Gangnam Terminal Underground Shopping Center bekannt. Mit ihren 620 Geschäften hatte sie schon ein Mal probeweise versucht, die Bitcoin als Zahlungsmöglichkeit einzuführen.
Dies scheiterte, da die Shops Bitcoin ohne das Zwischenschalten einer Börse für die Kryptowährung annahmen. – In der Praxis vergaßen die Geschäftsinhaber ständig ihre Passwörter und jede eingenommene Bitcoin verschwand für sie ins Nirwana.
Enttäuscht und desillusioniert wurde die Bitcoinprobephase deshalb eingestellt.

Nun soll mit dem Neuling HTS Coin alles anders werden. HTS Coin wurde erst letzten Monat eröffnet und ist eine lokale Kryptowährungsbörse, die es mit den großen drei Börsen des Landes Bithumb, Coinone und Korbit noch nicht aufnehmen kann.


Goto Mall: 500.000 Besucher täglich, optimale Verkehrsanbindung

Die 880 Meter lange Untergrundmall liegt verkehrstechnisch sehr günstig an den drei meistfrequentierten U-Bahnlinien Seouls. Sie ist fußläufig bequem von einem Schnellbusterminal aus erreichbar, an dem auch Busse von und zum Flughafen halten. Die Mall befindet sich im Einzugsbereich der Fahrpläne von insgesamt dreißig Busrouten.

Im Moment begrüßt sie täglich etwa eine halbe Million Einkaufswillige. Diese Zahl könnte nächstes Jahr noch ansteigen, da geplant ist, dass noch weitere der beliebten Duty-free-Shops eröffnen.
Außerdem wird in der Nähe der Mall ein Apartmentkomplex renoviert, der bald bezugsfertig sein und den Kundenstamm der Mall zusätzlich erweitern dürfte.

Chung Gwi Yeon, der Geschäftsführer der Goto Mall kommentierte den erneuten Bitcoinvorstoß: „Ich denke, es ist sehr bedeutsam die Bitcoin etablieren zu können, die von Touristen und jungen Leuten in der Goto Mall genutzt wird.“

Smartphone-App, Nordkorea und die südkoreanische Regierung

Chung Gwi Yeons Kooperationspartner und Newcomer HTS Coin entwickelte eine App, über die die Bitcoinzahlungen in der Mall demnächst abgewickelt werden sollen. Wie lange der Bezahlvorgang mit dieser App in der Praxis dauert – und damit für Kunden und Geschäftsleute attraktiv ist – kann jeder selber ausprobieren, da sie im Google Play Store erhältlich ist.

Neben der Verbreitung und Schnelligkeit der App dürfte ihrer Integrität und Sicherheit eine nicht zu unterschätzende Rolle zufallen.
Nicht nur, dass die südkoreanische Finanzdienstleistungsaufsicht (Financial Supervision Service, FSS) Bitcoin als keine zugelassene Zahlungsart ansieht, das Ministerium für Wissenschaft und Informationstechnologie kündigte an, dass es die Kryptowährungsbörsen unter den Aspekten der ausreichenden Sicherheit ihrer Systeme und der Einhaltung aller Gesetze inspizieren wird.

HTS Coin Dienstleistungen müssen als „sicher“ eingestuft werden können, wenn sich die eigens entwickelte Bezahl-App durchsetzen soll, zumal Nordkorea in jüngster Zeit als Urheber einer Welle von Angriffen auf zum Beispiel Bithumb stark verdächtigt bzw. identifiziert wurde.

Es bleibt abzuwarten, ob die Partnerschaft mit HTS Coin ein Erfolg wird und sich die Bezahlart „Bitcoin per App“ etablieren lässt.