Katalonien und die Blockchain

Katalonien und die Blockchain


Die Situation in Katalonien erweckt bei vielen Menschen in der EU einen gewissen Unmut und lässt die Frage im Raum offen, ob eine solche Abspaltung überhaupt möglich ist. Hier stehen auch viele wirtschaftliche Interessen im Vordergrund, denn ein neues Land würde die Struktur Europas vollständig verändern. Doch ausgerechnet hier kann die Blockchain und ein Konzept aus Estland, das mit fortschrittlicher Technologie realisiert wurde, eine Abhilfe schaffen.

Ein steiniger Weg

Der Weg zur Freiheit ist steinig und so dürfte es in diesen Zeiten auch Katalonien gehen. Tausende von Menschen haben in einem Referendum ihren über die spanische Regierung kundgetan und dies hat das kleine Land, das seit Ewigkeiten ein Teil von Spanien zu sein scheint, wieder in aller Munde gebracht. Dabei gab es nun eine interessante Entwicklung, die vielen Kataloniern selbst noch nicht ganz so in den Kopf will, denn ein Artikel der Zeitung El Pais, offenbarte nun den erstaunlichen Weg, denn ein anderes europäisches Land gegangen ist.

Ein Schritt in die Zukunft

In der El Pais wurde über katalonische Politiker berichtet, die mit Spezialisten im Bereich der Blockchain aus Estland in enger Zusammenarbeit stehen. Hier wird eine vollkommen neue Art der Verwaltung erprobt, die nicht nur die Art wie Statten ihre Systeme organisieren können verändern würde, sondern auch für Katalonien einen wichtigen Schritt in die Zukunft bedeuten würde.

Das System ist in Estland nichts neues. Hier schützt ein auf Blockchain-Technologie aufgebautes digitales System die Verwaltung vor Angriffen und erlaubt es jedem Bürger, seine Geschäfte gleich online zu erledigen. Aufwendige Behördenstrukturen gibt es in Estland kaum, denn die relativ schlanke Verwaltung wird zu einem Großteil über das Internet und internen Netzwerke realisiert. Hierzu gehört auch das eResidency-Programm und genau dieses ist es, dass für die Katalonier mehr als interessant sein dürfte.

Jeder kann Staatsbürger werden

Das eResidency-Programm erlaubt es im Grunde jedem Menschen, eine digitale Staatsbürgerschaft in Estland zu erhalten. Hierdurch wird dieser ein Bürger der EU und kann somit auch auf alle Dienstleistungen innerhalb dieser zugreifen. Das Programm wird vor allem von Russen, Ukrainern und Finnen genutzt, aber auch Briten und Griechen so Türken und Menschen aus anderen Staaten rund um Europa sind hier dabei. Doch was in Estland aus der Not der Sowjet-Vergangenheit heraus geboten wurde, wird für die Katalonier grade aus einem anderen Grund interessant.

Mit der Blockchain und den in Estland vorhandenen Verwaltungsstrukturen ließe sich auf einfachem Wege eine eigene Währung und eine unabhängige gut organisierte zentrale Verwaltung aufbauen. Die Unabhängigkeit von der Zentralbank würde für die kleine Region einen wesentlichen Schritt hin zur Freiheit bedeuten. Dieses Potenzial hat auch Dani Marco, der Leiter der SmartCatalonia-Initiative gewonnen und war bereits mehrfach in Estland zu Gast, um das System vor Ort zu begutachten und sich Inspirationen zu holen.

Weitere Schritte eingeleitet

Mittlerweile soll auch Vitalik Buterin angesprochen worden – er ist der Entwickler von Ethereum – um ein entsprechendes Vorhaben, zu einer eigenen digitalen Währung, in die Tat umzusetzen. Hierbei soll ein ICO genutzt werden, dass mit einer Verknüpfung zum eResidency-System arbeitet. Auf diese Weise könnten die Identitäten jedes Katalanen gesichert werden und es würde ein System entstehen, dass völlig unabhängig von der Zentralbank in Madrid agieren könnte.