Fälschungssichere – Studienzeugnisse auf der Blockchain

Fälschungssichere – Studienzeugnisse auf der Blockchain


 

 

Lange Warteschlangen, um gegen eine Gebühr von zehn Euro einen Stempel zu erhalten: Die Beglaubigung und Authentizitätsprüfung von einem Zeugnis kosten Nerven, Geld und Zeit für den Antragsteller. Das gilt jedoch ebenso für die Prüfer und die Aussteller von Zertifikaten, wie etwa die Universitäten oder die Bürgerämter. Diese haben außerdem regelmäßig gegen die verfälschten Nachweise und den hiermit verbundenen Reputationsschaden anzukämpfen. Andererseits haben ebenfalls die Empfänger keine vollständige Kontrolle über ihre erworbenen Zeugnisse und Abschlüsse.

In der Bundesrepublik werden aus diesem Grund im August von der Frankfurt School of Finance & Management als erste Hochschule Zertifikate für ein Studium auf der Blockchain vergeben. Mithilfe dieser neuen Technologie ist es möglich, fälschungssichere Bescheinigungen und Zeugnisse auszustellen sowie ohne Einschränkung und auf die Dauer zur Verfügung zu stellen – und das sogar datenschutzkonform.

Die Wirtschaftsuniversität arbeitet für das Pilotprojekt mit Consensys zusammen. Hier handelt es sich um eine der führenden Softwareunternehmen im Bereich Blockchain. Consensys entwickelte eine DApp (dezentrale App) für Self-Sovereign Identities: Das ist eine vom Anwender selbst angelegte Identität, welche er auf der Blockchain hinterlegt hat und damit fälschungssicher ist. Der Nutzer hat dann die Möglichkeit, Abschlüsse und Daten zentral zu verwalten. Dadurch gehören der Verlust und die wiederholten Beglaubigungen von Zertifikaten und Zeugnissen der Vergangenheit an.

In dem Frankfurt School Blockchain Center leitet die wissenschaftliche Mitarbeiterin Veronika Kütt das Pilotprojekt. Sie meint, dass Blockchain-basierte Zertifikate faszinierend sind. Somit hat man die Möglichkeit, in Zukunft Bescheinigungen oder Zeugnisse digital abzubilden. Hier wird Pionierarbeit geleistet. Für die Studierenden ist es ein Privileg, dass sie so frühzeitig in die neue Technologie eingebunden werden. Es fühlt sich bisschen so an, wie beim Programmieren der ersten öffentlichen Webseiten mitten in den 90ern.

Der Leitende des Frankfurt School Blockchain Centers, Professor Dr. Philipp Sandner, fügt hinzu, dass die Möglichkeit besteht, durch die Blockchain persönliche Daten, wie zum Beispiel einen Personalausweis oder einen Lebenslauf, wie in einem Bilderbuch sicher abzuspeichern. Mithilfe des Projekts wird aufgezeigt, wie komfortabel und einfach das für den Anwender sein kann.

Von den ersten Studenten, welche auf der Frankfurt School ein Blockchain-Zertifikat erhalten, befasste sich jeder ebenso in deren Zertifikatsbildungsgang mit der Zukunftstechnologie. Diese Elf schlossen den Certified Blockchain Expert Kurs ab, welcher ein Teil des Weiter- und Ausbildungsprogramms der Wirtschaftsuniversität ist. Die Führungs- und Fachkräfte aus der Beratungs-, IT- oder Finanzbranche erarbeiteten in einigen Blockveranstaltungen IT-Kenntnisse und Grundlagenwissen über die unterschiedlichen Anwendungsmöglichkeiten der Blockchain-Technologie. Sie können Gelernte einsetzen, damit die Möglichkeiten der neuartigen Technologie für ihre Firmen nutzbar gemacht werden.

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