Wie ein Open-Source-Projekt den Branchenriesen Amazon, Ebay und Alibaba kräftig weh tun kann

Wie ein Open-Source-Projekt den Branchenriesen Amazon, Ebay und Alibaba kräftig weh tun kann


Die Vernetzung von Millionen von Usern durch das Internet bringt manches fest verankerte System ins Wanken, und manchen Konzernchef zum Schwitzen. Linux – ein von vielen, auf der ganzen Welt verteilten Programmierern, freiwillig und gratis weiterentwickeltes Betriebssystem – hat im Serverbereich gezeigt, dass Software-Riesen wie Microsoft nicht unangreifbar sind. Verteilte Nachrichtensysteme wie Twitter erlauben es, jede Pressemeldung in Sekunden auf den Wahrheitsgehalt zu prüfen.
Blockchain-Basierte Handelsplätze schicken sich gerade an, den Online-Handel zu revolutionieren. Amazon, Ebay und Co. sind zentralistisch verwaltet, sie können einzelne Produkte oder Kategorien vom Handel ausschließen, und sie halten bei jeder Transaktion die Hand auf, indem sie Gebühren kassieren. Eine hundertprozentige Sicherheit vor Betrug oder Fehlern bieten sie indes nicht.

Durch OpenBazaar wird vieles anders

Bei OpenBazaar, der derzeit größten und wichtigsten verteilten Handels-Börse, gibt es all diese Einschränkungen nicht. Gehandelt werden kann jedwedes Gut oder Dienstleistung, die Bezahlung läuft über Crypto-Währungen, und vor allem: Es gibt keinen alles überwachenden zentralen Server. Sämtliche Transaktionen werden über eine Blockchain abgewickelt. Betrug ist dadurch nahezu ausgeschlossen. Was aber noch viel wichtiger ist: Alle Angebote, ob einzelne Artikel, oder Händler mit Shop, sind über die verteilte Architektur immer online. Möglich macht dies das IPFS-Network, das sogenannte Interplanetary File System. Dabei werden sämtliche Daten, ob Preise, Lieferzeiten oder Produktbeschreibungen, immer auf vielen der im Netzwerk angeschlossenen Computer gespeichert, so dass der eigentliche Verkäufer oder Shop-Betreiber selber nicht zwingend online sein muss.

Mit der jüngsten Version 2.2.2 der OpenBazaar-Software ist nun die Bezahlung in über 1500 verschiedenen Crypto-Währungen möglich. Der Client für OpenBazaar ist nun so intuitiv gestaltet, dass auch Neulinge und Einsteiger sich schnell zurechtfinden, und am unregulierten Online-Handel teilnehmen können.

Vorteile von OpenBazaar

  • Handel treiben ohne Regularien: Auf den ersten Blick denkt man vielleicht, mit OpenBazaar macht sich hier ein legal scheinender Ableger des DarkNet breit – jedoch haben sich etablierte Investoren wie Andreessen Horowitz mit Millionenbeträgen in die Entwicklung eingekauft, und werden dafür sorgen, dass hier kein Abdriften in die Unterwelt stattfinden kann. Kleine Anekdote dazu: Eins der meistverkauften Produkte ist derzeit die „Dangerously Spicy Hot Sauce“. Das ist doch harmlos genug, oder nicht?
  • Sicherheit: Ebay ist machtlos, wenn ein Händler tonnenweise gefragte aber teure Produkte gegen Vorkasse verkauft, dabei aber nichts ausliefert, nach vier Wochen seinen Shop dichtmacht und mit dem voraus bezahlten Geld untertaucht. Bei OpenBazaar wird die Bezahlung erst gutgeschrieben, wenn beide Seiten mit der gelieferten Ware zufrieden sind.
  • Abwickeln komplexer Transaktionen: Angenommen, ein Händler verkauft eine gebrauchte Maschine, die 10 Tonnen wiegt, und acht Meter lang ist, von Irland nach Zypern. Im derzeitigen Handelsgebaren würde der Kaufpreis bei einem Treuhänder hinterlegt, wodurch zusätzliche Gebühren entstehen. Der Spediteur würde entweder ins Risiko gehen oder nur gegen Vorkasse agieren – in jedem Fall entstehen im Streitfall unlösbare Probleme. OpenBazaar kann für all diese Szenarien Sicherheiten bieten, ohne dass zusätzliche Gebühren entstehen.

 

Fazit

Mit der jüngsten Version von OpenBazaar sind wirklich alle Hindernisse beseitigt, die ein solches Handeln haben könnte. Wenn nun ein breiter Markt auf diese Plattform einsteigt, müssen die etablierten Händler sich warm anziehen.