Ex-Genesis-Frontman Peter Gabriel investiert in Startup zur blockchain-basierten Kontrolle der Nahrungsmittel-Produktionsprozesse

Ex-Genesis-Frontman Peter Gabriel investiert in Startup zur blockchain-basierten Kontrolle der Nahrungsmittel-Produktionsprozesse


Peter Gabriel, eigentlich bekannt für seine flamboyanten Auftritte als Sänger der Band Genesis und später als Komponist und Produzent experimenteller Musik, hat Teile seines Vermögens in ein Blockchain-Startup im vereinigten Königreich investiert.

Nutznießer ist die Firma Provenance, die sich die Blockchain-Technologie zunutze machen will, um Lieferketten von Nahrungsmitteln transparent zu machen. Der Grundgedanke des Unternehmens lässt sich einfach beschreiben: Nahrungsmittelherstellung, -transport, -weiterverarbeitung und -verpackung sind undurchsichtige Prozesse. Auf diesem Weg gehen viele Ressourcen verloren, auch ist Betrug und Täuschung Tür und Tor geöffnet. In einer idealen Lieferkette ist schon die Produktion gesichert umweltverträglich, mit naturnahen Bedingungen für Pflanzen und Tiere, und mit fairen Löhnen für die Arbeiter und Arbeiterinnen. Lagerzeiten und Transportwege werden auf dem kürzestmöglichen Niveau gehalten. So werden faire Bedingungen für sämtliche Schritte des Prozesses garantiert, Schwund und Verderb minimiert, sowie der ökologische Fußabdruck klein gehalten.

Durch entsprechende, auf Blockchain basierende Algorithmen, können diese Teilprozesse täuschungs- und irrtumssicher abgebildet werden. Blockchain-Verfahren bieten sichere Methoden, um Transaktionen zu verschlüsseln, und sie gegen spätere Manipulation zu schützen. Jeder Block enthält eine Transaktion, welche durch ein Schlüsselpaar aus privatem und öffentlichem Schlüssel geschützt ist, und das den Hashwert der vorangegangenen Transaktionen als Ausgangsbasis für die Generierung der Schlüssel verwendet. Die Richtigkeit der Hashwerte wird mit verteilter Rechenpower weltweit immer und immer wieder bestätigt – dieses Abklopfen der Blockchain auf korrekte Hashwerte wird gemeinhin als ‚Mining‘ – Schürfen – bezeichnet.

Provenance verspricht bis zum Jahr 2025 eine Plattform für über 1000 Teilnehmer. Im Verbund dieser Unternehmen wird vollständige Transparenz herrschen. Ein Käufer eines Endproduktes kann dann auf Wunsch sämtliche Informationen erhalten zu Methoden, Handelsspannen, Transportwegen und so weiter. Da Gabriel sich schon seit Jahren in karitativen Projekten engagiert und im Bereich der Menschenrechte aktiv ist, kommt die Investition in Provenance nicht überraschend. Nur, wenn der Verbraucher verlässliche Informationen über die Herstellungskette eines Produktes hat, kann er auch fundiert entscheiden, welches Produkt sein Geld wert ist. Nach den Gesetzen des freien Marktes werden Herstellung und Logistik so ganz zwangsläufig auf naturverträgliche Verfahren gebracht werden. So trägt der Musiker einen Teil zur Verbesserung der weltweiten Produktionsprozesse bei Nahrungsmitteln bei.

Gabriel sagt dazu, dass der Verbraucher den Produzenten und Lieferanten vertrauen können muss, wenn sichergestellt werden soll, dass sowohl ethische als auch ökologische Grundsätze für die Nahrungsmittelindustrie ausschlaggebend sind. Providence, so Gabriel weiter, wird die Blockchain-Technologie nutzen, um für alle Teilnehmer an der Prozesskette gleiche Bedingungen zu schaffen, was insbesondere kleinen und unabhängigen Produzenten zugutekommt, wenn diese gegen weltumspannende Konzerne konkurrieren sollen.