Lizenzkosten – Microsoft setzt auf Blockchain-Technologie

Lizenzkosten – Microsoft setzt auf Blockchain-Technologie


In vielen Fällen enthält der Verkaufspreis eines digitalen und/oder kreativen Produktes Lizenzkosten, die vom Verkäufer an den Entwickler, Künstler oder Kreativen gezahlt werden müssen. Microsoft will diesen Vorgang mit der Blockchain nun deutlich optimieren. Im Spielebereich soll bald der erste Test starten.

Zum Einsatz soll dabei die Blockchain-Technologie Quorum auf dem Microsoft eigenen Cloud-Computing-Service Azure kommen. Der Spielentwickler Ubisoft konnte von Microsoft als erster Testpartner gewonnen werden. Noch ist die Implementierung nicht abgeschlossen, aber schon bald soll die Lizenzkostenabwicklung durch den Einsatz der Blockchain deutlich verschlankt werden. Bei Microsoft spricht man von einer Einsparung von bis zu zwei Drittel des jetzigen Aufwands.

Vor allem der enorme Zeitgewinn dürfte die Lizenzgeber freuen, denn mit dem aktuellen Verfahren dauert es ganze 45 Tage, ehe die Lizenzkosten bei den Entwicklern ankommen. Schuld daran ist ein kompliziertes System an diversen Tabellenkalkulationen, an dem eine ganze Reihe von Mittelsmännern beteiligt ist. Durch die zwischen geschalteten Stellen wird das System zudem unübersichtlich und intransparent, auch hier könnte die Blockchain Abhilfe schaffen.

Das die Weitergabe von Lizenzkosten oft sehr komplex wird, liegt auch daran, dass etwa bei einem Computerspiel oft mehr als nur ein Lizenzgeber beteiligt ist. Neben den Lizenzen der eigentlichen Spieleentwickler können noch Ansprüche von Grafikern hinzukommen, die das Spiel optisch umsetzen oder das Cover designen, und auch Musikern müssen berücksichtig werden, die den Sound für das Spiel beigesteuert haben. Eine Automatisierung würde dann nicht nur den Ablauf deutlich beschleunigen, sondern auch sicher dafür sorgen, dass jeder seinen Anteil bekommt.

Die von Microsoft für die Implementierung mit ins Boot geholte Beratungsfirma EY zeigt sich zuversichtig, dass die Blockchain hier ein großes Potential hat. Umfang, Komplexität und Volumen der Rechte- und Lizenztransaktionen, würden den Vorgang perfekt zur Bearbeitung mittels der Blockchain machen, so Paul Brody, der bei EY die Blockchain-Abteilung leitet. Brody betont auch die durch den Einsatz von Prüfprotokollen geschaffene Transparenz für alle Teilnehmer des Verfahrens.