Freistaat Bayern verkauft Kryptos für 12 Millionen Euro

Freistaat Bayern verkauft Kryptos für 12 Millionen Euro


Als 2017 die Betreiber des illegalen Downloadportals Lul.to verhaftet wurden, beschlagnahmten die Behörden auch eine große Menge Kryptowährungen. Jetzt hat der Freistaat Bayern diese verkauft und 12 Millionen Euro durch die Aktion eingenommen.

Die illegale Sharingplattform Lul.to geriet 2015 ins Fadenkreuz der erst im Januar des gleichen Jahres gegründeten Zentralstelle Cybercrime Bayern. Die Plattform stellte unter dem Motto „Lesen und Lauschen“ dort illegal E-Books, Hörbücher, Zeitungen und Magazine als PDF bzw. MP3 zum Download zur Verfügung. Insgesamt soll das Angebot rund 200.000 Artikel umfasst haben, mehr als 30.000 Kunden nutzen Lul.to nach Angaben des Branchendienstes heise.de.

Nach zweijähriger Ermittlungszeit schlug die in Bamberg beheimatete Behörde Ende Juni 2017 zu und verhafteten die Betreiber der Plattform, die neben Lul.to den Darknet-Shop Hansa Market kontrollierten. Im Laufe des Verfahren wurde nicht nur ein Bankguthaben von rund 100.000 Euro und Bargeld in Höhe von 10.000 sichergestellt, sondern insgesamt auch 1.312,49 Bitcoin, 1.399,04 Bitcoin Cash, 1.312,49 Bitcoin Gold und 220,81 Ether. Um möglichen Kursschwankungen vorzubeugen entschloss man sich in Bayern kürzlich zu einer sogenannten Notveräußerung.

Notveräußerung kommt nicht automatisch der Staatskasse zu gute

In Zusammenarbeit mit einer nicht genannten Handelsplattform für Kryptowährungen wurde der Bestand in über 1.600 Einzeltransaktionen im Zeitraum vom 20. Februar bis 25. April diesen Jahres wieder auf den Markt gebracht. Der durch den Verkauf der Kryptowährungen erzielte Erlös beträgt nach Angaben der Bamberger Staatsanwaltschaft etwas über 12 Millionen Euro. Ein neuer Rekord, bisher gab es bei vergleichbaren Vorgängen in Deutschland noch keine größeren Einnahmen.

Ob sich allerdings der bayerische Finanzminister über ein unverhofftes Millionen-Geschenk freuen kann, steht noch nicht fest. Wie die Staatsanwaltschaft in ihrer Pressemeldung betonte, werde erst im Urteil gegen die Betreiber der Sharingplattform über die endgültige Verwendung des Geldes entschieden. Möglich ist auch, dass der Erlös die Ansprüche der Geschädigten decken muss oder auch an die Betreiber zurückgegeben wird. Die Notveräußerung sei nur aus Gründen des Werterhalts angeordnet worden.