Der Blockchain Staat – Wenn sich Länder dezentral organisieren

Der Blockchain Staat – Wenn sich Länder dezentral organisieren


Auch wenn es derzeit nicht grade gut auf dem Kryptomarkt lief und auch die Blockchain stark in die Kritik geriet, nachdem bei Ethereum relevante Sicherheitsfehler entdeckt wurden, ist das Konzept der dezentralen Datenbank nicht mehr aufzuhalten. Schon jetzt hat man sich vom reinen Einsatz für Cryptowährungen weit entfernt und so debattieren auch verschiedenen Statten inzwischen darum, wie die Blockchain einen nutzen für das System und die ganze Gesellschaft bringen kann. Doch wie ist es eigentlich bestellt um die Fortschritte in diesem Bereich und was kann der Bürger erwarten?

Lethargie in Deutschland

In Deutschland herrscht wie immer die bekannte Lethargie. So äußerten sich erst vor kurzem Vertreter der FDP über die mangelnde Beschäftigung der Bundesregierung und derer Ausschüsse mit dem Thema. Selbst die Bundesfinanzaufsicht hat hier keine wirkliche eigene Meinung, denn das Informationsschreiben an das entsprechende Gremium war nicht sehr aussagekräftigt. Es wurde lediglich darauf hingewiesen, dass Kryptowährungen eigentlich alles sein können.

Betrachtet man die deutsche Lethargie, dann schein es um die Entwicklung des Blockchainstaates und die Integration in das tägliche Leben nicht gut zu stehen. Allerdings ist das Land der Dichter und Denker eher die Ausnahme als die Regel, denn die Nachbarschaft in der EU geht hier ganz anders mit dem Thema um.

Schweiz erschafft Blockchain-Taskforce

So wurde bereits im letzten Dezember in der Schweiz eine Blockchain Taskforce ins Leben gerufen. Diese soll Machbarkeitsstudien und konkrete Anwendungsbeispiele für die Blockchain im Alltag erarbeiten. Das eingesetzte Gremium entstand direkt auf Anordnung des Bundesrates, sodass alle Ergebnisse diesem vorzulegen sind. Wer die Schweizer ein wenig kennt, der wird wissen, dass eine baldige Umsetzung erhaltener Erkenntnisse nicht lange auf sich warten lassen wird. Vor allem soll es aber auch um eine Absicherung von Start-ups gehen, die grade ins Blockchain Geschäft einsteigen. Hier ist eine rechtliche Grundlage inzwischen erforderlich.

Auch in Frankreich beschäftigt man sich mit dem Thema. Hier geht es vor allem um sicherheitspolitische Aspekte, die zu einem besseren Schutz der Bürger führen sollen. Aber auch die digitale Verwaltung steht auf dem Prüfstand, denn so können Ämter vollständig in das Web verlagert werden, was keine Fristen und aufwendige Strukturen mehr bedeuten wird. Der Traum von der Antragsabgabe zu jedem beliebigen Zeitpunkt scheint in greifbare Nähe zu rücken.

Hotspots formieren sich

Derzeit zeigt es sich ganz deutlich – erste Hotspots der Blochain Technologie bilden sich heraus. Länder wie Malta oder Lichtenstein zeigen sich sehr erfreut über Verbote, die Staaten wie China oder Japan gegenüber den IOCs ausgesprochen haben. Hierdurch kamen viele Unternehmen zudem Schluss, sich in anderen Staaten mit günstigeren Konditionen niederzulassen. Dazu zählen nicht nur die genannten Länder, denn die entsprechenden Börsen fassten den Entschluss, sich kurzerhand auch in Ländern wie Singapur niederzulassen.

Diese Entwicklung zeigt deutlich, dass trotz aller Bedenken seitens der Staatsorgane, die Blockchain immer weiter in den Vordergrund der Betrachtungen rückt. In manchen Ländern ist es gar soweit gekommen, dass reguläre Währungen durch Coins abgelöst wurden. Hier ist Simbabwe ein hervorragendes Beispiel, denn schlechte Konjunktur im Land und die hohen Gebühren der Banken, haben die Menschen dazu veranlasst, ihre Zahlungen nur noch in Cryptowährungen zu tätigen. Auf diese Weise ist auch der grenzüberschreitende Zahlungsverkehr möglich.

Der Blockchainstaat wird irgendwann kommen. Doch wie sich dieser dann am Ende gestaltet, bleibt heute noch völlig offen.