Kryptowährungen im Fokus der indischen Stuerbehörde

Kryptowährungen im Fokus der indischen Stuerbehörde


Die Einkommenssteuerbehörde hat kurz vor Weihnachten 2017 etwa 50.000 Abmahnungen an sogenannte HNIs (Vermögende privat Personen) verschickt. Die Individuen und ihre Familienangehörigen sind aufgefordert, alle Unterlagen im Bezug auf Bitcoins, offenzulegen und gegebenenfalls zu versteuern. Diese staatliche Ermittlung ist der erste Schritt der Regierung unter Narendra Modi, die Gewichtigkeit und Legitimität von Bitcoins und anderen Cryptowährungen anzuerkennen. Immerhin können Steuern nur auf legale Gewinne beansprucht werden. Als Auslöser dieser Aufforderung zur Offenlegung wurde die Überschreitung der 3.5 Milliarden US Dollar Marke des Krypto-Wachstums in Indien genannt. Außerdem wird auch der Zusammenhang mit der Ermittlung und der Demonetisation deutlich. Besonderes Augenmerk legen die Behörden nämlich auf den Zeitraum von November bis Dezember 2016. Eben dem Monat, in dem unglaubliche Summen an Bargeld versucht wurden in das legale System einzugliedern.

Böser Bitcoin

Der Tenor von Regierungssprechern gegenüber Kryptowährungen ist durchweg negativ. Sie wurde von offiziellen Stimmen sogar mit einem Schneeballsystem (Ponzi Scheeme) verglichen. Leider gab es Indien in der Vergangenheit auch kriminelle Trittbrettfahrer, wie Kashcoin, die den Hype um Bitcoins genutzt haben, um damit Profit zu machen. Das hat dem Ansehen von Bitcoin & Co. geschadet. Die Cyber Cell der Polizei in Dehli hat sich folgendermaßen geäußert:
„Die staatlichen Regulierungen für digitale Währungen sind bis jetzt noch nicht in Kraft (…) Diese Währungen werden normalerweise von Kriminellen genutzt, um ihre Geschäfte im dunklen oder versteckten Netz abzuwickeln (…) Einem Unternehmen, welches Bitcoins als Zahlungsmittel anbietet, sollte mit Misstrauen begegnet werden.“

Versuch einer Regierung Bargeld zu eliminieren

Der Tag als Donald Trump im November 2016 zum Präsidenten des mächtigsten Landes der Welt gewählt wurde, ist auch der Tag, der in Indien den Beginn der Demonetisatian kennzeichnet. Während die ganze Welt gespannt nach Amerika schaute, wurden in Indien die 500 (ca. 6 EUR) und 1000 (ca. 12 EUR) Rupee Noten über Nacht aus dem Bargeldverkehr gezogen. Das Ziel war Schwarzgeld vom Markt zu nehmen und der Korruption Einhalt zu gewähren. Die größte Demokratie der Welt hat versucht mit einem Streich, den überwiegend auf Bargeld fungierenden, Finanzmarkt zu reformieren und auf elektronischen Währungsaustausch umzustellen. Über ein Jahr später haben sich Paytm und andere Bezahl-Portale zwar enorm vergrößert, aber Bargeld ist nach wie vor, die am häufigsten genutzte Form der Bezahlung. Dass dieser radikale Schritt bei einer technikaffinen Bevölkerung auch zu einem Anstieg des Interesses an (Krypto)-Tradings geführt hat, ist eine logische und naheliegende Schlussfolgerung.

Banken frieren Konten von Bitcoin-Funds ein

Laut der Economic Times India, sind nun die Banken am Hebel. Drei der größten Banken des Landes haben Konten von Bitcoin-Börsen vorübergehend eingefroren. Investoren sind momentan noch zurückhaltend und warten auf die Ergebnisse der steuerlichen Ermittlungen. Die Schwachstelle von Kryptowährungen ist das mangelnde Vertrauen in der breiten Bevölkerung. Darauf setzt auch die indische Regierung. Die Entwicklung und das Wachstum von Bitcoins in Indien zeigt aber das enorme Potenzial. Stimmen, die nach Nov. 2016 laut wurden und mehr Transparenz forderten, werden immer lauter. Die alternative Währung hat in Indien laut Statistiken sogar rosigere Zukunftsperspektiven als in der Bitcoin – Geburtsstätte Amerika.