Nebeneffekt der Bitcoinralley: Staaten sitzen auf Krypto-Schatz

Nebeneffekt der Bitcoinralley: Staaten sitzen auf Krypto-Schatz


Während der Bitcoin von einem Rekordhoch zum nächsten rauscht, zeigt sich gerade eine ganz andere Seite der Kryptowährung. Weil viele kriminelle Organisationen die Anonymität und Sicherheit der Kryptowährung zu schätzen wissen und damit ihre Geschäfte finanzieren, sitzen Staaten weltweit nun auf einem ganzen Berg beschlagnahmter Bitcoins. Dazu kommt, dass die von Strafverfolgungsbehörden eingezogenen Coins von Tag zu Tag im Wert steigen, sodass einige Staaten ein gutes Geschäft wittern. Vom US-Bundesstaat Utah über Bulgarien bis ins deutsche Hessen rätseln Behörden, wie sie die Coins wieder loswerden können und mancher macht sich auch Gedanken, wie man dabei ein gutes Geschäft macht.

Nach Zerschlagung eines Drogenrings: US-Regierung sitzt auf Bitcoin Schatz

Im November 2017 hatten die Strafverfolgungsbehörden im US-Bundesstaat Utah Bitcoins mit einem aktuellen Marktwert von 10 Millionen US-Dollar beschlagnahmt. Die Kryptowährung stammt mutmaßlich aus gefälschten Rezepten für Medikamente. Mit ihnen konnten Kunden illegal Opioide beschaffen. Vor allem mit Blick auf die extremen Schwankungen am Bitcoin-Markt drängen die Behörden nun auf einen schnellen Verkauf der Coins. Die beschlagnahmten Bitcoins und Bitcoin Cash wurden bereits auf ein Wallet der US-Regierung transferiert. Vor zwei Jahren hatte die US-Bundespolizei FBI bereits eine größere Menge beschlagnahmter Bitcoins unter den Hammer gebracht.

Hessen hofft auf Millionen

Auch im deutschen Bundesland Hessen freut man sich derzeit über die täglichen Kurssprünge des Bitcoin. Die 126 Bitcoins wurden im Jahr 2014 bei einer Razzia beschlagnahmt. Auch damals ging es um eine Handelsplattform für illegale Drogen. Die Coins, die zum Zeitpunkt der Beschlagnahme einen Wert von gerade einmal 50.000 Euro hatten, erreichen beim derzeitigen Kurs circa 2 Millionen Euro. Die Hessischen Behörden wollen nun auch nicht länger warten und ihre Bitcoins so schnell wie möglich zu Euros machen. Auf wie vielen Bitcoins deutsche Behörden derzeit insgesamt sitzen, ist nicht bekannt. Sicher ist nur, dass Hessen nicht das einzige Bundesland ist, das auf hohe Zusatzeinnahmen hofft.

Bulgarien könnte seine Schulden begleichen

Auf einem ungleich höheren Berg Bitcoin sitzt derzeit Bulgarien. Beschlagnahmt wurden die Coins bei einem Schlag gegen die organisierte Kriminalität im Land. Der Wert übersteigt mittlerweile drei Milliarden Euro. Mit seinen mehr als 200.000 Bitcoins steht das osteuropäische Land jedoch erst einmal vor einem Problem. Ein sofortiger Verkauf hätte einen gewaltigen Kursrutsch der Kryptowährung zur Folge, die erhofften Gewinne wären dahin. Aus diesem Grund sind die Augen der Krypto-Gemeinde derzeit gen Osten gerichtet.