Großbritannien wird Kryptowährungsplattformen regulieren

Großbritannien wird Kryptowährungsplattformen regulieren


Großbritannien will dem teilasiatischen Vorbild folgen und seine Parkette für virtuelle Währungen regulieren. Entsprechende Gesetze sollen in den kommenden Monaten in Kraft treten. Es tritt für entsprechende Regulierungen in allen EU-Ländern ein.

Das britische Finanzministerium um Schatzkanzler Philip Hammond möchte Handelsplattformen für Kryptowährungen sowie die Betreiber von Online-Wallets unter die Aufsicht nationaler Regulierungsbehörden stellen.
Auch für sie sollen zukünftig Gesetze zur Bekämpfung von Geldwäsche, Terrorfinanzierung und Steuerhinterziehung gelten. Zum Zweck der Verhinderung bzw. Aufdeckung solcher Tatbestände sollen sie zur selbständigen Meldung verdächtiger Transaktionen und (auf amtliche Nachfrage hin) Behörden gegenüber zur Offenlegung ihrer eigenen Identität und von Kundenidentitäten verpflichtet werden.

Wettleidenschaft der Briten: „Bitcoinmania“ in GB?

Die Vorstellung der Regulierungspläne des Finanzministeriums vor dem britischen Parlament kommt zu einem interessanten Zeitpunkt. Die Briten wollen mit der Regulierung nicht unbedingt nur Straftaten ahnbar machen, sondern ebenfalls eine gewisse „Verbrauchersicherheit“ beim Terminhandel schaffen.

Die global größte Derivatebörse CME gab erst letzte Woche bekannt, ab dem 18. diesen Monats einen Terminkontrakt auf Digitalwährung handeln zu dürfen. Ihr Mitbewerber Cboe tritt sogar schon am 10. Dezember mit „XBT℠ futures“ an.

Es ist anzunehmen, dass die Aussicht auf Futures den Bitcoin mit zu seinem Höhenflug anstachelte. Er wird nun auch für institutionelle Anleger sowie Kurswetter jeder Couleur interessant. Und Briten wetten bekanntlich auf alles.


Nachlassendes Wirtschaftswachstum, Brexit, Bank of England

Erst letzten Monat senkte Philip Hammond die Wachstumsprognosen für das britische Bruttoinlandsprodukt, die Bank of England erklärte den diesjährigen Bankenstresstest sogar im Hinblick auf einen ungeordneten Brexit für bestanden und Schatzkanzler Hammond strich außerdem in seiner Haushaltsrede heraus, dass in den kommenden zwei Jahren unter dem Aspekt des offenen Brexit-Ergebnisses insgesamt drei Milliarden Pfund durch Abzweigen bzw. Ansparen zur Verfügung gestellt werden können sollen. – Das Land hat demnach eine solide Basis zur Bewerkstelligung seines EU-Austritts.

Mark Carney, der Chef der Bank of England, sagte ebenfalls letzten Monat, digitale Währungen seien in der Finanzwelt Teil einer möglichen „Revolution“. Seine Notenbank arbeitet seit 2016 mit einer auf Blockchain fußenden Technologie, die zu Hilfestellungen für Start-ups eingesetzt wird. Allerdings sei die Zentralbank noch lange nicht soweit, eine Kryptoversion des Pfund Sterling zu generieren.

Ein Schelm, der denkt, dass hier Kriminalitätsbekämpfung vorgeschoben wird, um die schon 2015 anvisierte Regulierung von Kryptowährungen durchzusetzen, der britischen Zentralbank eine gute Ausgangsposition für eine eigene digitale Währung oder Hybridwährung zu verschaffen, möglicherweise zusätzlich Brexit-Gelder in die Kassen zu spülen und sich für die Zukunft einen Namen als moderner Finanzplatz zu sichern.