Mit der Blockchain gegen Kinderhandel

Mit der Blockchain gegen Kinderhandel


Auf dem Humanitarian Blockchain Gipfel, der letzte Woche in New York stattfand, gab die UN bekannt, die Software Blockchain im Kampf gegen den Kinderhandel einzusetzen. Hierbei handelt es sich um ein weltweit einzigartiges Pilotprojekt der UN. Ziel des Projektes ist es, gemeinsam mit dem Partner World Identity Network WIN, für den humanitären Einsatz auch Blockchain Lösungen zu etablieren.

Die Blockchain-Technologie fasst im Bewusstsein der Internationalen Unternehmen und Organisationen immer mehr Fuss. Die UN, als eine dieser weltweit tätigen Organisationen, will in Zukunft vermehrt auf die Blockchain-Software setzen, um humanitäre Zielsetzungen zu erreichen. Am 10.11.2017 stellten die UN auf einem Humanitarian Blockchain Gipfel ihr Projekt vor, das mit Unterstützung der Blockchain-Technologie dem Kinderhandel den Kampf ansagen will.

Die Rolle von Blockchain gegen Kinderhandel

Da Personen unter 18 besonderem Schutz unterliegen, ist es nicht so einfach, sie unbehelligt über Staatsgrenzen zu transportieren. Deshalb ist es im Kinderhandel üblich, auf gefälschte Dokumente, vor allem Pässe und auch andere Identifikationspapiere, zurückzugreifen. Die Kinder werden, so geht aus den Berichten der UNICEF und von Amnesty International hervor, zur Arbeit gezwungen, in die Prostitution gedrängt oder fallen sogar dem internationalem Organhandel zum Opfer. Mittels der Blockchain-Software wird es nun möglich, Identitätsnachweise zu speichern und diese genauer als bisher zu prüfen. Die Gründerin und Geschäftsführerin von WIN, Dr. Mariana Dahan, die Projektpartner der UN bei diesem Unterfangen ist, erklärt: Durch das Speichern von Sicherheitsinformationen ist die Chance höher, Menschenhändler auf frischer Tat zu ertappen. Die Grenzübertritte können dabei auch leichter nachvollzogen werden und Menschenschmuggel wird dadurch leichter verhinderbar.

Blockchain hilft speziell gegen Kinderhandel in Entwicklungsländern

In Entwicklungsländern gibt es viele Menschen, die weder eine Geburtsurkunde noch andere Identitätsnachweise besitzen und es gibt somit Kinder, die in ihren Heimatländer nicht einmal registriert sind. Die Behörden bemerken so kaum ein Verschwinden der betroffenen Personen, da dies dokumentarisch kaum nachvollziehbar ist. Hier ist es besonders wichtig, dass es Identifizierungsmaßnahmen gibt, und deshalb kann die Blockchain-Software hier besonders wertvolle Arbeit leisten.

600 Millionen ohne Identitätsnachweis

Die UN schätzen die Anzahl der unter 14-Jährigen, die in ihren Heimatländern nicht registriert sind, auf mehr als 600 Millionen Menschen. Weniger als die Hälfte der Fünfjährigen in den ärmsten Ländern der Welt haben überhaupt eine Geburtsurkunde. Das Problem betrifft vorwiegend Entwicklungsländer. Sowohl die Regierung in diesen Ländern, als auch Organisationen der Entwicklungshilfe können deshalb nicht nachvollziehen, wieviele Personen verschwinden.